Im November letzten Jahres kündigte mein lieber Bruder Ronny an, seine Sophia im nächsten Sommer zu heiraten. Endlich – nach 12 Jahren wurde das auch Zeit. Wir alle freuten uns sehr. Das aus dem Termin im Sommer schließlich der 17. April wurde, hängt wie folgt zusammen. Auf ihrer Suche nach einer geeigneten Lokalität für ihre große Feier stießen die beiden auf Schloss Scharfenberg bei Meißen und wussten sofort – das muss es sein. Der Zufall wollte es, dass es für das Jahr 2010 nur noch einen einzigen freien Termin an einem Samstag gab: den 17.4.
Mit Beginn des neuen Jahres fingen die
Vorbereitungen mit dem Versenden der Einladungen an. Ich war darauf als
Ansprechpartnerin genannt worden. Darüber habe ich mich sehr gefreut,
noch mehr jedoch darüber, dass ich die Trauzeugin meines Bruders sein
durfte. Weitere Ansprechpartnerin für alle Gäste war die liebe
Margret, eine Schwester der Braut, die zur Zeit in Peking wohnt. Um das
Organisationskomitee noch etwas internationaler zu streuen
, wurde Susi, beste Freundin von Sophia und wohnhaft
in Italien, zu deren Trauzeugin ernannt. Aufgrund diverser
Zeitdifferenzen und Tagesabläufe gestaltete sich das Zusammentreffen des
Komitees via Skype als äußerst schwierig. Die gute Seite daran war, das
die Hochzeit von Ronny und Sophia zum internationalen Ereignis wurde.
So stimmte der Mitbewohner von Margret in Peking über Sophias
Hochzeitskleid ab, fieberten die Nachbarn auf der Aldrich in Minneapolis
bei der Fertigstellung des Hochzeitsgeschenkes mit und Susis Freunde in
Ankona erkundigten sich regelmäßig über den Stand der Festorganisation.
Nun ja, trotz aller Aufregung, haben die Vorbereitungen viel Spaß gemacht und die Vorfreude war groß.
Das Fest war schließlich wundervoll. Es wurde ausgelassen gefeiert, gelacht und zu später Stunde auf Tischen getanzt. Für alle der etwa 100 Gäste war es ein schöner, unvergesslicher Abend.
Als mir Ronny und Sophia im November von ihren Hochzeitsplänen erzählten, wusste ich sofort, was ich den beiden schenken würde: einen Hochzeitsquilt. Für jemanden der überhaupt nicht nähen konnte, war dies ein großes Projekt und so begab ich mich recht bald auf die Suche nach einer Gestaltungsidee, Stoffen und einem Nähkurs. Ich fand alles (und eigentlich viel mehr…) in einem kleinen Lädchen mit dem schönen Namen “Quilter’s Haven” in Rosemount, eine Stadt im Süden von Minneapolis. Jean, die Besitzerin des Ladens, und Gwen, meine Nählehrerin, haben mir mit viel Geduld und Hingabe das Quilten gelernt und ich freue mich sehr, sie und die vielen anderen Quilterinnen, die sich immer mittwochs und freitags zum Nähen im “Quilter’s Haven” treffen, kennen gelernt zu haben. Ich hoffe sehr, dass ich die Zeit finden werde, mich meinem neuen Hobby auch nach unserer Rückkehr nach Dresden widmen zu können. (Ich muss schließlich noch 2 weitere Quilts fertigstellen – einen für Lilli und einen für Hannes).
An dieser Stelle möchte ich unseren Block beenden und mich für euer großes Interesse bedanken. Ich weiß, dass es manchmal etwas länger gedauert hat, bis ich einen neuen Eintrag eingestellt habe, doch ich denke, ihr habt trotzdem ein wenig miterleben können, wie es uns hier in Minneapolis ergangen ist.
Am 6.6. werden wir zurück nach Deutschland fliegen (Dieses Mal hoffentlich ohne Umbuchung wegen Vulkanasche. Wir saßen deshalb nämlich knapp eine Woche in Deutschland fest). Ein bisschen eher als geplant, was jedoch nicht daran liegt, das wir Heimweh haben. Wir wären gern noch länger geblieben. Klaus beginnt seine neue Stelle bei der Allianz am 14.6., deshalb die vorzeitige Rückreise. Wir hatten (und haben) eine unglaublich schöne Zeit in Minneapolis und ich muss zugeben, dass wir nie erwartet hatten, uns an einem anderen Ort als Dresden so wohl fühlen zu können. In den kommenden Wochen sind viele Abschiedstreffen geplant. Lilli wird sogar eine große Party mit allen Kindern ihrer Gruppe feiern. Für beide, Lilli und Hannes, war unsere Zeit hier ein tolles Erlebnis und wir hoffen sehr, dass sie sich noch lange daran erinnern werden. Eine Woche vor unserem Abflug werden wir noch ein paar Tage in Chicago verbringen – doch davon erzählen wir euch lieber – in Dresden…
Hoch lebe das Brautpaar
Mit viel Freude und ein wenig Stolz fertiggestellt: Danke an Jean, Gwen und dem Quilter’s Haven